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04.05.2015 – Rote Hand Brief | Gilenya

rote_handhttp://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/wissenschaft/nachricht-detail-wissenschaft/rote-hand-brief-novartis-gilenya-progressive-multifokale-leukoenzephalopathie

rhb-gilenya.pdf-download

04.12.2014 – Rote-Hand-Brief zu Tecfidera (Dimethylfumarat)

rote_handNa das wære ja auch gelacht, wenn PML dieses Medikament nicht auch betreffen wuerde:

http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=therapien&anr=5491

 

 


 

Ansonsten nix Neues aus dem herbstlich-kalten Norden. Bildgruss mit MZ [w] von der letztwøchenendlichen Hotdogkaperfahrt aus Padborg\Dænemark:

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04.02.2014 – HIV-Medikament gegen PML?

die hæufigkeit der meldungen, die mich in den letzten tagen erreichten, zeigt mir einen zusammenhang der behandlung von HIV und MS…

http://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/HIV-Medikament-gegen-PML_5076

ausrufezeichen 03.02.2014 – Eine 49-jährige Multiple-Sklerose-Patientin hat eine PML sowie eine weitere drohende Komplikation überstanden. Das kanadisch-deutsche Ärzteteam behandelte die Frau mit Maraviroc.

Die Behandlung mit Natalizumab, einer Eskalationstherapie bei Multipler Sklerose, ist sehr effektiv. Nicht wenige Patienten, bei denen Basistherapeutika nicht helfen, erleben nahezu einen Stopp der MS unter dem monoklonalen Antikörper.

Wo viel Wirkung, da viel Nebenwirkung

Doch wo viel Wirkung, da ist meist auch viel Nebenwirkung. Im Falle von Natalizumab ist die PML (Progressive Multifokale Leukoenzephalopathie) gefürchtet. PML kann sich bei JC-Virus-positiven Patienten entwickelt. Das JC-Vius ist weit verbreitet. Selbst wer zu Beginn einer Natalizumab-Behandlung noch JC-negativ ist, kann sich das Virus später noch einhandeln und darus eine PML entwickeln.

Die PML wiederum – hier dringen die JC-Viren wegen der geschwächten Blut-Hirn-Schranke auf das ZNS über – tritt erhöht nach 24 Infusionen, also nach ca. 2 Jahren auf, kann weitere schwere Behinderungen und sogar den Tod des Patienten zur Folge haben. PML kann sich mit ähnlichen neurologischen Symptomen äußern, wie die Multiple Sklerose selbst, was die Diagnose erschwert. Insgesamt ist das Risiko nicht hoch, jedoch wegen seiner schweren Folgen sehr ernst zu nehmen.

Werte der Patientin besserten sich

Ein kanadisch-deutsches Ärzteteam konnte nun die infolge von Natalizumabbehandlung aufgetretene PML einer 49-jährigen Patientin aus Montreal stoppen, wenn nicht heilen. Innerhalb der PML war auch noch eine Komplikation aufgetreten: das IRIS-Syndrom, das nach Absetzen von Natalizumab auftreten kann. Hier reagiert das Immunsystem völlig über, was weitere schwere Folgen hat. Anstatt von Glukokortikoiden, wie bei IRIS üblich, gaben die Ärzte der Patientin ein Medikament aus der HIV-Therapie.

Maraviroc ist ein Antagonist für den CCR5-Rezeptor. Die Werte der Patientin besserten sich zunehmend unter dieser Behandlung. Eine verfrühte Unterbrechung ließ die Werte wieder schlechter werden, weshalb die Ärzte nach einer Woche Pause die Behandlung mit Maraviroc fortsetzten.

Nach 10 Monaten JC-negativ

Nach insgesamt 7 Monaten und langsam verringerter Dosis konnten sie das orale Medikament ganz absetzen. Die Patientin blieb stabil, auch in MRT-Aufnahmen, und nach 10 Monaten JC-negativ. Sie hat geringe kognitive Defizite behalten, ihr EDSS-Wert verschlechterte sich von 2,5 vor PML-Diagnose auf 3,0 am Ende der Behandlung. Die meisten Behinderungen, die infolge der PML und der Komplikation aufgetreten waren, haben sich jedoch zurückgebildet.

Der geschilderte Fall ist ein Einzelfall, doch könnte er Schule machen und die negativen Folgen von Natalizumab eingrenzen. Ob Maraviroc weitere Verwendung in der MS-Therapie haben mag, bleibt hier offen.

30.08.2013 – FDA warnt bei Gilenya vor Nebenwirkungen

Mist. hitlaAusgerechnet so kurz vor meinem Umstieg auf die Tablette (am 26.09., ich will es dennoch) und dem nun lieferbaren PML-Auschlusstest bei Tysabri:

http://www.cash.ch/news/top_news/fda_warnt_bei_novartispille_vor_nebenwirkungen-3117957-771

FDA warnt bei Novartis-Pille vor Nebenwirkungen

Novartis muss sich beim Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya auf einen intensiveren Wettbewerb einstellen.

Mit Gilenya brachte Novartis die erste

Pille gegen Multiple Sklerose auf den Markt. Nun ist ein Patient an einer seltenen Infektion erkrankt. Schon dieser eine Fall könnte das Umsatzpotenzial des Präparats schmälern.

Im Herbst 2010 erhielt Novartis in den USA die Marktzulassung für Gilenya. Nur wenige Monate später gab auch Europa der erste Pille gegen Multiple Sklerose grünes Licht. Seither wurden weltweit mehr als 70000 Patienten mit dem Medikament behandelt.

Donnerstagnacht gelangte die US-Gesundheitsbehörde FDA allerdings mit einer Warnung an die Ärzteschaft. In Europa sei ein mit Gilenya behandelter Patient an progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML), einer seltenen Infektion des Gehirns, erkrankt. Die Behörde kündigte in diesem Zusammenhang eine Untersuchung an.

Schon Ende Juli informierte Novartis die Öffentlichkeit, dass Gilenya im Verdacht unerwünschter Nebenwirkungen stehe. Das Basler Unternehmen machte damals auch kein Geheimnis daraus, dass ein Patient an PML erkrankt sei. Die Warnung der US-Gesundheitsbehörde FDA könnte die Diskussion jedoch wieder anheizen.

Bisher wurde vor allem das Konkurrenzmedikament Tysabri von Biogen Idec in Verbindung mit mehreren Fällen von PML gebracht. Allerdings bewegte sich die Anzahl erkrankter Patienten innerhalb der Toleranzgrenze der Behörden, weshalb das Präparat auch heute noch vertrieben werden darf.

Mittlerweile hat der amerikanische Rivale mit Tecfidera ein eigenes in Pillenform verabreichbares Medikament auf dem Markt. Dieses besticht vor allem durch ein vergleichsweise vorteilhaftes Nebenwirkungsprofil. Durch den Markteintritt von Tecfidera hat sich der Wettbewerb in diesem lukrativen Markt weiter verschärft.

Für Novartis kommt die wieder aufkeimende Debatte rund um unerwünschte Nebenwirkungen deshalb zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn alleine schon dieser eine Fall von PML führt dazu, dass es Gilenya zunehmend schwer hat, sich im direkten Wettbewerb gegenüber Tecfidera von Biogen Idec durchzusetzen. Dieser Nachteil könnte das kommerzielle Potenzial der Pille aus Sicht von Novartis durchaus schmälern.

10.08.2013 – Biomarker für Gehirnentzündungen bei MS-Patienten entdeckt

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ybrigens hab ich noch keinen termin fyr diese gilenya-sache. 😦

http://derstandard.at/1375626167173/Biomarker-fuer-Gehirnentzuendungen-bei-MS-Patienten-entdeckt

Gefährliche Nebenwirkung der Behandlung mit Natalizumab wird besser prognostizierbar

Seit der Einführung als Medikament 2006 ist Natalizumab ein wichtiger Wirkstoff zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS). Besonders schwere Fälle der schubförmigen MS können damit erfolgreich therapiert werden. Bei Langzeitbehandlung kann es in seltenen Fällen jedoch zu einer schweren Nebenwirkung – einer virusvermittelten Gehirnentzündung – kommen. Forscher der Universität Münster haben nun in einer Studie herausgefunden, worin die Anfälligkeit der Betroffenen begründet ist. Dadurch ist für jeden Patienten eine individuelle Risikoabschätzung möglich – für die MS-Medizin ein großer Schritt nach vorn.

Fehlendes Molekül

Die Studie, die in der Fachzeitschrift „Neurology“ akutell publiziert wurde, zeigt, dass ein Adhäsionsmolekül namens L-Selektin den Unterschied ausmacht: Patienten, die eine Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) entwickeln, fehlt dieses auf der Oberfläche bestimmter Immunzellen zu findende Molekül. Es ist unter anderem wichtig für die ersten Schritte, mit denen das Immunsystem auf Krankheitserreger reagiert. Mit der Entdeckung dieses Biomarkers bekommen Ärzte eine wesentlich genauere Methodik für Prognosen in die Hand, denn bislang ließ sich nur statistisch bestimmen, ob ein MS-Patient mit eher hoher oder geringer Wahrscheinlichkeit im Laufe der Langzeitbehandlung mit Natalizumab an einer PML erkranken wird.

Als Risikoparameter dienten bislang die Vorbehandlung mit Immunsuppressiva und das Vorhandensein von Antikörpern gegen das Virus, das die gefährliche PML verursacht (JC-Virus). Allerdings: Nicht alle Patienten der Hochrisikogruppe sind gleichermaßen gefährdet: Nur ein Prozent von ihnen entwickelt die virusvermittelte Gehirnentzündung. Beim Großteil hingegen wurde womöglich eine hochwirksame Therapie zu Unrecht abgesetzt – meist ohne adäquate Behandlungsalternativen.

Individuelle Therapieempfehlungen

Für ihre Studie testeten Wissenschaftler von Universitätsklinika und Krankenhäusern in Osnabrück, Heidelberg, Würzburg, Bordeaux, Lille, Nizza, Toulouse und Brescia mehr als 300 Patienten aus Europa und den USA. In Münster erfolgte dann die Untersuchung der Blutproben mit Hilfe immunologischer Methoden. Der neue Test macht es möglich, jedem Patienten individuell mitzuteilen, ob er Gefahr läuft, an einer PML zu erkranken oder nicht. Wird L-Selektin nachgewiesen, würde dem Patienten ein geringes Risiko attestiert, fehlt hingegen das Molekül, ist das Risiko hoch.

Zwar kann ein negatives Ergebnis – also der Nachweis von L-Selektin – bislang das Risiko, eine PML zu entwickeln, nicht komplett ausschließen. „Doch der Test ist ein erster Schritt auf dem Weg, individuelle Therapie-Empfehlungen für die Natalizumab-Behandlung auszusprechen“, sagt Heinz Wiendl, Leiter der Klinik für Allgemeine Neurologie am Universitätsklinikum Münster. Seine Arbeitsgruppe hat das Adhäsionsmolekül L-Selektin als Biomarker entdeckt und den Test maßgeblich entworfen… 

26.03.2013 – PML auch unter Fumarsæure!?

oops – PML ggf. auch unter fumarsæure møglich:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54218/Fumarsaeure-Hirninfektionen-in-der-Psoriasis-Behandlung

Fumarsäure: Hirninfektionen in der Psoriasis-Behandlung

Freitag, 26. April 2013

Aachen/Amsterdam – Die Einnahme von Fumarsäureester, die seit fast zwei Jahrzehnten in der Psoriasistherapie eingesetzt und die demnächst auch für die Behandlung der multiplen Sklerose eingeführt werden, kann in Einzelfällen die Entwicklung einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) begünstigen, wie vier Fallberichte im New England Journal of Medicine (2013; 368: 1657-1661) zeigen.

Die PML ist Folge einer opportunistischen Infektion mit dem JC-Virus, mit dem sich im Verlauf des Lebens die Mehrzahl der Bevölkerung infiziert. Die Infektion verläuft inappa­rent, solange das Immunsystem im Gehirn die Viren unter Kontrolle hat. Unter der Behandlung mit starken Immunsuppressiva kann es zu einer Reaktivierung der Viren kommen, die sich klinisch als PML äußert und häufig tödlich verläuft.

Die Komplikation gelangte 2005 ins öffentliche Bewusstsein, als das Multiple-Sklerose-Medikament Tysabri (Wirkstoff: Natalizumab) nach zwei PML-Erkrankungen in den USA kurz nach der Einführung vorübergehend wieder vom Markt genommen wurde. Es wurde später wieder zugelassen, ist aber auch in Europa nur unter Auflagen wieder verfügbar, die regelmäßige Kontrollen auf eine JC-Virus-Infektion vorsehen. In den Folgejahren wurde erkannt, dass auch andere Biologika wie Rituximab, Efalizumab und Infliximab, die tief in die Immunabwehr eingreifen, ein PML induzieren können.

Fumarsäureester galten bisher als unbedenklich. Vor 19 Jahren wurde das Präparat Fumaderm zur Behandlung der Psoriasis eingeführt. Als orales Medikament gehört es nicht zu den bevorzugten Therapien der Dermatose. Nach Angaben des Herstellers Biogen Idec liegen allerdings bereits Erfahrungen über 180.000 Patientenjahre vor, in denen es offenbar keine Meldungen gab. Jetzt berichten Neurologen von der Rheinisch–Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (Joachim Weis et al.) und vom VU University Medical Center in Amsterdam (Bob W. van Oosten et al.) erstmals über zwei Patienten. Dem Hersteller sind zwei weitere Erkrankungen bekannt.

In Aachen war es bei einem 74-jährigen Mann nach 3 Jahren Therapie mit Fumaderm zu einer progressiven sensorischen Aphasie gekommen, die den Verdacht auf eine PML lenkte. Eine Infektion mit dem JC-Virus bestätigte die Diagnose. In den Niederlanden war eine 42 Jahre alte Frau nach 5 Jahren Therapie mit Psorinovo, einer Apothekenrezeptur, an einer progressiven rechtsseitigen Hemiparese erkrankt, der ebenfalls eine JC-Virus-Infektion zugrunde lag.

Bei beiden Patienten hatte zuvor über längere Zeit (2 und 5 Jahre) eine schwere Lymphopenie bestanden, die die Reaktivierung der JC-Virusinfektion erklären könnte. Eine schwere Lymphopenie tritt laut Fachinformation bei etwa 3 Prozent der Patienten unter der Therapie mit Fumaderm auf. Sie ist nach Angaben des Herstellers ein bekannter Risikofaktor der PML (was die Fachinformation derzeit allerdings nicht erwähnt). Die beiden Patienten aus Aachen und Amsterdam überlebten die PML nach einer Behandlung mit Mefloquin und Mirtazapin. Bei beiden kam es zwischenzeitig zu einem Immunrekonstitutionssyndrom, das erfolgreich mit Methylprednisolon abgefangen wurde.

Auch die beiden vom Hersteller genannten Patienten wiesen bekannte Risikofaktoren für eine PML auf. Ein Patient, der bereits einen Monat nach Beginn der Fumaderm-Therapie erkrankte, litt auch unter einer Sarkoidose, die laut Biogen ein Risikofaktor für eine PML ist. Er war mit Methotrexat und Steroiden behandelt worden, die die Immunkompetenz weiter eingeschränkt haben könnten.

Der andere Patient hatte die Psoriasis zuvor mit Efalizumab behandelt, er litt zudem an Krebs. Beide Faktoren könnten die Entwicklung der PML begünstigt haben. Nach den jetzigen Fallberichten könnte aber auch Fumarsäure eine Rolle gespielt haben. Es bleibt abzuwarten, ob ein entsprechender Warnhinweis in die Fachinformationen aufgenommen wird.

Die US-Arzneibehörde EMA hat im März ein Fumarsäurepräparat (Tecfidera) zur oralen Therapie der multiplen Sklerose zugelassen. In Europa wird ebenfalls mit einer Zulassung von Tecfidera gerechnet, nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur eine Empfehlung ausgesprochen hat. Anders als Fumaderm ist Tecfidera keine Mischung aus verschiedenen Fumarsäureestern, sondern ein Monopräparat aus Dimethyl-Fumarat.

Es wurde laut Biogen Idec vor der Zulassung an mehr als 2.600 Patienten über einen Zeitraum von bis zu 4 Jahren getestet. Obwohl es unter der Therapie mit Tecfidera zu einem Abfall der Lymphozyten um etwa 30 Prozent kommt, ist nach Auskunft von Biogen Idec bisher kein einziger Fall einer PML bekannt geworden. Aus den Erfahrungen mit Natalizumab ist allerdings bekannt, dass das Risiko mit der Dauer der Anwendung steigt. Es könnte deshalb sein, dass die jetzt bekannt gewordenen PML-Fälle unter Fumaderm sich auch auf die Fachinformationen von Tecfidera auswirken. © rme/aerzteblatt.de

 

24.01.2012 – Tysabri: Weltweit mehr als 200 PML-Erkrankungen

(toby) joah, wir risikogruppe:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48861

Anlässlich der Markteinführung eines Antikörpertests zum Nachweis von Infektionen mit dem JC-Virus teilt die US-Arzneibehörde FDA neue Erkrankungszahlen zur progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) mit. Bis 4. Januar 2012 sind weltweit 201 PML-Erkrankungen aufgetreten – bei 96.582 mit Natalizumab behandelten Patienten. Lies den Rest dieses Beitrags

27.04.2011 – Natalizumab: Neue Daten zu Hirninfektion bei MS-Therapie

(toby) ja, ich bin einer dieser risikopatienten:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=37725

Natalizumab: Neue Daten zu Hirninfektion bei MS-Therapie

Die Therapie mit dem Immunmodulator Natalizumab (Tysabri®), der gegen schubförmig verlaufende Multiple Sklerose (MS) eingesetzt wird, erhöht das Risiko für eine seltene aber schwerwiegende Hirninfektion, die Progressive Multifokale Leukenzephalopathie (PML). Dabei steigt das PML-Risiko mit der Dauer der Therapie beziehungsweise der Anzahl der Natalizimab-Infusionen, wie neueste Daten der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zeigen.Bei einer Behandlungsdauer von bis zu zwei Jahren (das entspricht 1 bis 24 erhaltenen Natalizumab-Infusionen) liegt die PML-Inzidenz demnach bei 0,3 Fällen von 1000 Patienten, nach 25 bis 36 erhaltenen Infusionen sind es 1,5 Fälle von 1000 Patienten.

Nach einer Behandlungsdauer von 3 bis 4 Jahren (37 bis 48 Infusionen) ist die Inzidenz mit 0,9 Fällen von 1000 Patienten etwas niedriger, allerdings sind die Daten zur Langzeitanwendung des Wirkstoffs begrenzt. Insgesamt traten bei bisher 82 732 mit Natalizumab behandelten Patienten 102 Fälle von PML auf. Das erhöhte Risiko für die potenziell tödlich verlaufende PML unter Natalizumab erklärt sich über den Wirkmechanismus des Biologicals: Der monoklonale Antikörper blockiert die Integrin-Rezeptoren der Leukozyten und verhindert so, dass diese die Blut-Hirn-Schranke überwinden und ins Gehirn einwandern. Das bremst nicht nur die Entzündungsreaktion im Gehirn, sondern erhöht auch das Risiko für zerebrale Infektionen wie die PML. Die gleichzeitige Gabe von Immunsuppressiva wie Azathioprin, Methotrexat oder Cyclophosphamid ist daher kontraindiziert.

Die Daten der FDA zeigen nun, dass auch eine Immunsuppression, die vor dem Start der Natalizumab-Therapie bereits abgeschlossen ist, das PML-Risiko zusätzlich erhöht. Der Einfluss einer vorangegangenen Therapie mit Immunmodulatoren wie β-Interferonen und Glatirameracetat oder einer kurzzeitigen Corticosteroid-Gabe auf das PML-Risiko unter Natalizumab wurde laut FDA noch nicht untersucht.

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