12.07.2014 – Neuer Ansatz zur Therapie bei MS

http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=forschung&anr=5076

Regeneration nach Transplantation von Stammzellen: Wissenschaftler der Universität Buffalo haben mittels Arbeiten an menschlichen Gehirnzellen einen möglichen Hauptauslöser der Myelinisierung bei Multipler Sklerose identifiziert: das Protein SOX10.

stop_MSDie Idee ist, dass geschädigte Nervenfasern durch eine stammzellvermittelte Anregung der Myelin-Neubildung repariert, und somit die Funktion der geschädigten Bereiche (teilweise) wiederhergestellt werden kann. Ein großes Problem bei diesem Ansatz ist, dass Vorläuferzellen der Myelin-bildenden Oligodendrozyten oft während ihrer Entwicklung in einer Vorstufe stecken bleiben, folglich nicht in ausreichender Zahl für die Regeneration vorhanden sind. Für eine zukünftige regenerative Therapie wäre es von Vorteil, wenn die Entwicklung von Vorläuferzellen zu Oligodendrozyten in Zellkultur oder auch direkt im Patienten angeregt werden könnte.

Hauptregulator der Myelinisierung entdeckt

Die Wissenschaftler suchten nach Proteinen, die in Myelin-bildenden Zellen, aber nicht in dessen Vorläuferzellen vorkommen und somit potentiell am Prozess der Myelinisierung beteiligt sind. Sie fanden ein Protein, das als SOX10 bezeichnet wird.

SOX10 war das einzige von 10 identifizierten Proteinen, das in weiteren Versuchen die Entwicklung neuronaler Vorläuferzellen in Richtung Oligodendrozyten positiv anregte.

Weiterer Baustein für die Behandlung der MS

„Jetzt, wo wir SOX10 als einen Auslöser der Myelinisierung identifiziert haben, können wir an der Entwicklung eines therapeutischen Ansatzes arbeiten“ sagt Fraser Sim, Autor des wissenschaftlichen Artikels und Juniorprofessor am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Buffalo.

„Wenn wir es schaffen, ein Arzneimittel zu entwickeln, dass SOX10 in Vorläuferzellen anschaltet, wäre das von wichtiger therapeutischer Bedeutung“ so Sim weiter. Hier ist allerdings noch ein weiter Weg zu gehen. Beim Ansatz einer Stammzelltherapie erklärt Sim, kann es mit den momentan zur Verfügung stehenden Methoden länger als ein Jahr dauern, eine für die Therapie eines Patienten ausreichende Anzahl an Oligodendrozyten in Zellkultur zu erzeugen. Bisher werden aus Zellen (Haut- oder Blutzellen) des Patienten in Zellkultur, also im Labor, Stammzellen erzeugt, die dann wiederum zu neuronalen Vorläuferzellen und weiter zu Oligodendrozyten entwickelt werden müssen. Bei all diesen Schritten können die Zellen entweder in ihrer Entwicklung stecken bleiben oder sich in eine nicht gewünschte andere Zellart entwickeln.

Die neuen Ergebnisse um SOX10 könnten die gezielte Entwicklung von Myelin-bildenden Oligodendrozyten weiter voranbringen. „Wenn wir die Regeneration durch die Bildung von Oligodendrozyten fördern könnten, hätten wir die Möglichkeit, Patienten mit einer schubförmigen MS vor dem Wechsel in die progrediente Form zu bewahren“ erklärt Sim.

Veröffentlicht am 12. Juli 2014 in multiple sklerose und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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