12.11.2013 – Funktionen wiederherstellen

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http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=forschung&anr=4921

131112..Fast 8000 Teilnehmer diskutierten in Kopenhagen Forschungsergebnisse aus über 1000 Präsentationen. Die Möglichkeit, eines Tages zerstörtes Myelin umfangreich wiederaufzubauen, ist faszinierend. Forscher auf der ganzen Welt arbeiten daran. Eine Lösung wäre wichtig, um verloren gegangene Funktionen wiederzubeleben und weitere Schäden zu verhindern.

In der Gegenwart gibt es bereits zahlreiche immunbasierte Therapien die helfen können, die schubförmige Verlaufsform der MS zu kontrollieren und die auch fortlaufend verbessert und ergänzt werden. Die Aufmerksamkeit der Forscher richtet sich nun noch mehr darauf, die Progression der Erkrankung aufzuhalten und die die Behinderungen verursachenden Zerstörungen reparieren zu können. Dies ist von großer Bedeutung für alle Formen der MS, besonders aber für die progredienten Verlaufsformen.


Wiederherstellen von Funktionen – Myelinreparatur


Myelinreparatur
Dr. Larry Sherman von der Oregon Health and Science University berichtete, dass sich Fragmente (Bruchstücke) eines Moleküls, das Hyaluronsäure genannt wird, in chronischen Läsionen der weißen Substanz anreichern, die zumindest teilweise dafür verantwortlich sein könnten, dass die Myelinreparatur blockiert wird. Die Forscher konnten ein Enzym identifizieren, das die Hyaluronsäure in Bruchstücke zerteilt und zeigen, dass eine Hemmung dieses Enzyms die Myelinreparatur wieder ankurbelt. Derzeit arbeiten sie daran, näher herauszufinden, wie diese Prozesse ablaufen, in der Hoffnung, daraus mögliche Therapieoptionen ableiten zu können.

Zelltherapie
Eine andere Strategie zur Myelinreparatur bei MS ist es, mittels Transplantation neue Reparaturzellen in das System einzuschleusen. Erwähnt werden soll hier ein Bericht von Dr. C. Laterza, Dr. Gianvito Martino und ihren Kollegen aus Mailand, die versuchten, Haut-Stammzellen von Mäusen in myelinbildende Zellen umzuwandeln. Wie schon in früheren Studien dieses Typs gezeigt, beförderten diese Zellen nach Infusion in das Rückenmark Wiederherstellungsvorgänge bei Mäusen mit dem MS-Modell EAE (Experimentelle Autoimmune Encephalomyelitis). Das Team zeigte, dass diese Zellen nicht wirklich selbst Myelin produzierten. Jetzt wird versucht, von diesen Zellen freigesetzte Wachstumsfaktoren zu identifizieren, die ihrerseits die natürliche Reparatur anregen und Entzündungen reduzieren. Es ist noch ein weiter Weg, aber dieser Typ von Untersuchungen ist ein wichtiger Ansatz für neue Strategien zur Wiederherstellung verloren gegangener Funktionen.

Studien zur Reparatur
Es wurden Updates zu zwei Reparaturtherapien dargestellt, die bereits in klinischen Tests am Menschen erprobt werden. Die eine dieser Therapien wird anti-LINGO genannt. LINGO ist ein Protein, das in Nervenzellen und myelinbildenden Oligodendrozyten zu finden ist. Ein Blockieren dieses Proteins mit anti-LINGO führt zu einer Unterstützung der Remyelinisierung im Tiermodell. Die Herstellerfirma von anti-LINGO berichtete, dass dieses vom Menschen gut vertragen wird und dass es auf MRT-Aufnahmen keinerlei Hinweise auf negative Auswirkungen gibt. Die klinische Entwicklung dieses viel versprechenden Reparaturkandidaten wird nun weiter verfolgt.

Wissenschaftler aus der Mayo Clinic entwickeln zurzeit einen Wirkstoff, rHIgM22 genannt. Zu diesem konnte gezeigt werden, dass er in diversen unterschiedlichen Tiermodellen der MS eine Remyelinisierung in breitem Maße fördern konnte. Die Substanz befindet sich derzeit in frühen Phasen der klinischen Erprobung.

Geschlechtshormone
Bisher wurden weibliche Geschlechtshormone hinsichtlich ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften untersucht. Neuere Ergebnisse weisen darauf hin, dass sie auch schützend auf das Nervensystem einwirken oder sogar die Reparatur des Myelin fördern können. Ein Wirkstoff, NDC-1308 genannt, zeigte bei Mäusen mit einer MS-ähnlichen Erkrankung, dass er die Krankheitsaktivität vermindern und die Myelinreparatur abregen konnte.

Eine andere, mit den Östrogenen verwandte Substanz, KB3944, wird hinsichtlich ihrer Fähigkeit untersucht, die Anzahl myelinbildender Zellen in Laborversuchen zu erhöhen. ..

Veröffentlicht am 12. November 2013 in multiple sklerose und mit , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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