14.10.2011 – neue medikamente, neue ansætze

(toby) so, heut zitiere ich mal gleich zwei artikel, die mir das www auf den pc spuelte. zuerst eine meldung der DMSG, danach ein artikel aus der apotheker-zeitung – es gibt also einiges zu lesen, diesmal:

http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?w3pid=news&kategorie=forschung&anr=2473

Bremsen auf Diät gesetzte Immunzellen die MS?

Das Aushungern von entzündlichen Immunzellen könnte die Progression der Multiplen Sklerose verlangsamen, berichten zwei kalifornische Forscherinnen in der Zeitschrift Scientific Reports.

 

Die Wissenschaftlerinnen Marianne Manchester und Leah P. Shriver hatten im Tiermodell untersucht, wie Immunzellen im zentralen Nervensystem Fettsäuren für ihren Energiestoffwechsel verwerten, wenn ihnen Glukose fehlt. Dies ist in entzündetem Gewebe meist der Fall. Bei Multipler Sklerose greifen die Immunzellen die aus Fettsäuren bestehenden Myelinscheiden der Nervenzellen an.

Aushungern eines Enzyms hilft, weitere Gewebeschäden zu verhindern

In ihrem Versuch entdeckten die beiden Forscherinnen, dass das Ausschalten eines einzelnen Enzyms, das den Immunzellen dabei hilft, die Fettsäuren zu verwerten, zum Aushungern und Absterben der Zellen führte und damit weitere Gewebeschäden verhinderte.

„Da Immunzellen außerhalb der entzündlichen Läsionen im ZNS ausreichend Glukose als Nahrung finden, funktionieren sie bei ihrer eigentlichen Aufgabe, der Bekämpfung von Infektionen, prima. Unsere Methode führt also nicht zu einer generellen Unterdrückung des Immunsystems“, erklärte Leah P. Shriver.

Bislang gibt es kein MS-Medikament, das gezielt den Fettsäurestoffwechsel beeinflusst. Da zudem nur ein einzelnes Enzym von der Wirkung betroffen ist, sei die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen wie zum Beispiel ein erhöhtes Infektionsrisiko gering.

Der Enzym-Hemmer, den die beiden Forscherinnen für ihre Versuche verwendeten, ist ein Medikament, das bereits bei Menschen mit Herzschwäche eingesetzt und gut vertragen wird. In einem nächsten Schritt soll nun untersucht werden, ob sich die Ergebnisse vom Mausmodell auf den Menschen übertragen lassen. Dazu soll der Enzym-Hemmer an Gewebeproben von MS-Patienten getestet werden.

———————————————————————————– und:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/spektrum/news/2011/10/14/neue-empfehlungen-fuer-fingolimod-und-natalizumab.html

Neue Empfehlungen für Fingolimod und Natalizumab

Berlin/München/Wiesbaden – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) gibt in regelmäßigen Abständen Leitlinien zur Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose (MS) heraus. Anfang Oktober haben Experten des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) nach einer Meldung der DNG eine aktuelle Überarbeitung vorgestellt.

Darüber hinaus hat das KKNMS in Ergänzung zur Leitlinie zwei Qualitätshandbücher zu den MS-Medikamenten Natalizumab und Fingolimod mit Handlungsempfehlungen für den Praxisalltag erarbeitet.

In dieser Überarbeitung der MS-Leitlinien stehen jetzt erstmals auch Evidenztabellen zur Verfügung, sodass Handlungsempfehlungen einfacher und besser nachvollzogen werden können. Darüber hinaus greifen die neuen Leitlinien die revidierten Diagnosekriterien nach McDonald auf und erläutern die vereinfachten MRT-Kriterien nach Swanton.

Sechs Monate nach der EU-Zulassung von Fingolimod, dem ersten oralen MS-Medikament, stehen jetzt auch detaillierte Hinweise zum Anwendungsbereich sowie möglichen Risiken und Nebenwirkungen zur Verfügung. Dabei sind die KKNMS-Experten zum Teil über die Empfehlungen der Europäischen Zulassungsbehörde EMA hinausgegangen, um bestmögliche Sicherheit im Umgang mit dem neuen Präparat zu gewährleisten. Grundsätzlich wird empfohlen, alle Patienten, die auf die neue Therapie eingestellt werden, im Rahmen von verfügbaren Registerprogrammen zu dokumentieren, so z. B. PANGAEA bei Fingolimod.

Auch bei Natalizumab, einem weiteren MS-Therapeutikum, gibt es wichtige Neuerungen: Seit Mai gilt der Nachweis von JC-Virus-Antikörpern im Blut als möglicher Biomarker für das Risiko, unter Behandlung eine schwere Hirnhautentzündung (progressive multifokale Leukenzephalopathie, kurz PML) zu entwickeln. In den Leitlinien werden die Studien dazu kritisch reflektiert, und es wird erörtert, bei welchen Patientengruppen der Bluttest sinnvoll ist.

Die Leitlinienkapitel zu Natalizumab und Fingolimod erscheinen zusätzlich in je einem gesonderten Qualitätshandbuch, das durch Patientenaufklärungsbogen, Checkliste und Workflow-Tabelle abgerundet wird. Die Handbücher sind ein von der Pharmaindustrie unabhängiges Instrument, das niedergelassenen Neurologen die Arbeitsabläufe im Praxisalltag erleichtern soll.

Leitlinien und Qualitätshandbücher entstanden in enger Abstimmung mit dem Ärztlichen Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. und der Task Force „Versorgungsstrukturen“ des KKNMS.

in der kommenden woche hab ich montag einen termin bei meinem hausneurologen, da werde ich nach der verfuegbarkeit von FAMPRIDIN fragen. am freitag bin ich dann zum grossen MRT (inkl halswirbelsæule), mit anschliessender infusion,  in der uni-klinik kiel. ich werde berichten.. 😉

Veröffentlicht am 14. Oktober 2011 in multiple sklerose und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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